Sonntag, 7. Dezember 2008

The Miserable Rich @ Mariaberg Rorschach

Lange nichts mehr los hier gewesen. Ein Grund mehr den gestrigen Abend kurz Revue passieren zu lassen (neben der akuten Lernaufschieberei). Wie Titel schon verrät habe ich mich endlich einmal nach Rorschach ins Mariaberg aufgemacht. Zuallererst, was für eine Location, wie gemacht für solch heimelige Singer/Songwriter bzw. folkigen Konzerte.
Nun aber zu The Miserable Rich, das neue Kammerpop-Glanzlicht von der Insel. Vier Jungs (Geige, Gitarre, Cello und Gesang)mit träumerisch, melancholische Melodien. Es wurde gezupft, gestrichen und geschrammelt, dazu die Falsettstimme des Sängers und fertig war ein feines folkiges Konzert. Von langsamen zu flotten, von traurigen zu fröhlichen Klängen, es war für jede Stimmungslage, das passende dabei. Auch das Hot Chip Cover schmiegte sich zu den eigenen Songs ein, als wäre es der lang verschollene Cousin der Albumtracks. Und wenn der Gitarrist ganz gentlemanlike fragt, ob er kurz von der Bühne darf um austreten zu können, macht das die Band noch sympathischer.




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Montag, 21. Juli 2008

Pimp My Last.fm

Nachdem Last.fm sein Layout mal wieder verschlimmbessert hat, gibt es hier eine Step-By-Step Anleitung zum Anpassen des Profils nach eigenen Wünschen.

Montag, 7. Juli 2008

Durch die Nacht mit...


Niels Frevert - Du kannst mich an der Ecke rauslassen

Do It Now! Says Mr. T

I procrastinate and I am proud

ob Mr. T helfen kann?

Dienstag, 1. Juli 2008

Herrenmagazin - Atzelgift



Herrenmagazin stammen aus Hamburg, singen deutschsprachige Texte zwischen Gesellschaftskritik und persönlichen Gefühlschaos. Schwupps ist die Schublade mit der Aufschrift „Hamburger Schule“ geöffnet und „Atzelgift“ wird dorthin abgelegt. Und ich nehme es vorneweg, so ganz falsch liegt man damit sicher nicht. Zwar sind die Gitarren rauer, das Schlagzeug energischer, als bei den altgedienten Schubladenbewohnern um Blumfeld, Tocotronic oder Die Sterne, doch der Wohlfühlfaktor für Sänger Deniz Jaspersen und Bandkollegen dürfte in diesem Mikrokosmos Schublade am oberen Ende der Skala zu finden sein.

Man merkt dem Herrenmagazin die erfahrene Punkvergangenheit an, Befindlichkeitspop trifft hier auf Deutschrock. Im Opener „Früher war ich meistens traurig“ schmiegen sich die Gitarrenspuren aneinander und bäumen sich zu einem wütendem Mob auf. Das Schlagzeug mogelt sich derweil hinter die Gitarrenmeute und treibt sie von hinten immer weiter an. Dieses Strickmuster zieht sich in leichten Variationen durch die ganze Platte. Ganz nach dem Motto „Stumpfsinn ist Stärke“ aus „1000 Städte“. Dazu die unaufgeregte, aber dennoch kernige und kraftvolle Stimme von Deniz Jaspersen. Innovation geht anders, aber für eine solide Platte mit schrammeligen Deutschrock reicht es aus.

Es geht direkt und ohne Umschweife geradeaus nach vorne, Herrenmagazin verstecken sich nicht hinter irgendwelchen Ecken. In dieser rauen Einfachheit schwingt dennoch immer auch eine gewisse Traurigkeit und Melancholie mit. Wie etwa die zwischenmenschlichen Gefühlsdramen aus „Lilly Lametta“ oder „Sowiedubist“. Zum Abschluss gibt es im Hidden Track Gesellschaftskritik, welche in ein akustisches Kleid gesteckt wurde, darin aber keineswegs weniger energisch auftritt. Doch was befindlichkeitsfixierte Texte angeht haben andere Bands das Zepter in der Hand. Herrenmagazin hinken hier noch ein, zwei Schritte zurück.

Man kann „Atzelgift“ vorwerfen, zu sehr nach schon vorhandenem zu klingen, zu stark sich an den großen Vorbildern angelehnt zu haben. Aber ähnlich dem britischen „New-Hot-Shit-Hype-Phänomen“ wird es auch hier genügend Hörer geben, welche dem aufgedrückten Stempel Vertrauen schenken und Gefallen an der Platte finden.